Die Sprache der Reklame - Information zum Produkt oder nichts als Kitsch?

Seit mehreren Jahrzehnten scheint sich Produkt-Bewerbung als eigenständiges Unterhaltungsformat zu behaupten (neben der eigentlichen Zielrichtung, Kunden zu gewinnen/zu halten) ---

Lange schwarze Haare wehen in Superzeitlupe. Verschiedene Perspektiven auf die wunderschöne Frau werden nacheinander sachte überblendet. Da sehen wir, dass das ätherische Wesen einen leibhaftigen Tiger an der Leine führt und in der vorletzten Einstellung die eigenen perfekt-manikürten Finger ableckt. Freilich handelt es sich weder um ein Haarpflegemittel noch um Nagellack; auch nicht um ein Erotik-Portal und schon gar nicht um den nächsten Ausflug zum Tierpark. Aber dann in der letzten Einstellung wird uns das Produkt präsentiert: Eine Limonade mit exotischen Aromen!

Das einzig Gültige an dieser "Information" ist also die Abbildung eines neuen Erfrischungsgetränks am Ende des Werbespots. Vorher buhlt der Anbieter lediglich um unsere Aufmerksamkeit - und warum auch nicht? Erfreuen wir uns eben an den schönen Bildern, die schließlich mit großem Aufwand inszeniert wurden! So weit, so bunt...

Sollte uns aber der (gleichzeitig) gesprochene T E X T nicht mit Fakten zu dem Produkt überzeugen? Warum hören wir (angesichts der Limo-Flasche) dann nicht endlich, wonach die Brause schmecken soll oder wie viele Kalorien ein Schluck davon hat - sondern fortgesetzt klebrig-schwülstige Vokabeln wie: »flammende Nacht«, »Leidenschaft«, »unendlich«..?

Das Anliegen dieses Blogs ist es, die Absurdität etlicher Reklame-Botschaften vorzuführen. - ganz bewusst auch "aus dem Zusammenhang gerissen"; letztlich nehmen wir jene "Inhalte" gerade aus dem Fernseher oder beim Vorbeifahren an einer Plakatwand oft auch nur bruchstückhaft wahr.

Allen Lesern viel Freude im Sprengel der absoluten Sinnfreiheit!



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